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Als erste der vielen Volksstämme, die sich im heutigen Gebiet von Myanmar niederließen, kamen wohl die Mon bereits lange vor Christus. Sie siedelten im östlichen Irrawaddy-Delta und am Golf von Martaban. Die beiden wichtigsten Orte waren Pegu und Thaton. Die Pyu siedelten etwas nördlicher in Sri Ksetra und verlagerten ihre Hauptstadt im 8. Jahrhundert nach Halin nördlich des heutigen Mandalay.



Im 9. Jahrhundert kamen die Tai aus dem Süden Chinas. Sie gelten als die Vorfahren der Shan, die sich im Gebirge an der Grenze zu Thailand, Laos und China ansiedelten. Etwa zeitgleich gründete das Volk der Birmanen in Bagan eine Ansiedlung, die 200 Jahre später ihre Blüte erleben sollte. Die Birmanen breiteten ihren Einflussbereich im fruchtbaren Einzugsgebiet des Irrawaddy schnell aus und unterwarfen das Volk der Mon, von dem sie Teile der Kultur und Religion übernahmen. Kriegerische Auseinandersetzungen mit den expandierenden Shan und Unabhängigkeitskonflikte mit den Mon bestimmten die ersten Jahrhunderte.



Als das erste Königreich der Birmanen auf seinem Höhepunkt war, Bagan seine kulturelle Blüte erlebte, und es auch landwirtschaftlich durch ausgeklügelte Bewässerungssysteme gut lief, kam das unerwartete Ende. Kublai Khan drang mit seiner Mongolen-Streitmacht nach Birma vor und vernichtete das Reich mitsamt seiner heiligen Hauptstadt.



Es folgte eine 300 jährige Phase der Kleinstaaterei und Orientierungslosigkeit. Den Mon gelang es, wieder ein eigenes Reich aufzubauen. Ihre Königstadt wurde Bago (Pegu). Weitere Kriege mit den Tai und den Shan führten zur Verlagerung der Shan-Hauptstadt nach Innwa (Ava) am mittleren Irrawaddy. Ende des 14. Jahrhunderts kam es zum Krieg zwischen den Shan und den Mon. Gleichzeitig verbreitete sich der bereits früher nach Birma gekommene Buddhismus über das ganze Land.



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1519 landeten die Portugiesen im Golf von Martaban und gründeten nach schnellen Erfolgen gegen die Mon in Syrinam ihr Verwaltungszentrum, von dem aus sie das Land ausbeuten wollten. Philip de Brito erwies sich als besonders rücksichtslos, v.a. auch gegen den Buddhismus. Er lies viele Tempel und Buddha-Statuen zerstören und ernannte sich schließlich 1599 selbst zum König. Seine Herrschaft dauerte jedoch nur 13 Jahre, dann wurde er von den Mon vernichtend geschlagen und gepfählt.



Das 16. Jahrhundert sah auch ein Wiedererstarken der Birmanen, die sich mit den Mon verbündeten und in Toungoo das zweite Königreich gründeten, das damit eine große Ausdehnung von Nordbirma bis weit in den Süden nach Dawei hatte. Die Hauptstadt wurde später nach Bago verlagert.



Durch Kriege der Shan gegen andere nördliche Volksstämme konnten die Birmanen zusammen mit den Mon weit nach Osten vordringen. Brutale Überfälle auf die Königreiche von Chiang Mai und Ayutthaya im heutigen Thailand führten zu deren Niederschlagung und Zerstörung. Im 17. Jahrhundert hatte das birmanische Reich seine größte Ausdehnung.



Gleichzeitig kamen aber immer neue europäische Schiffe an den Küsten Birmas an. Holländer, Engländer und Franzosen interessierten sich für das Land. V.a. die Franzosen wollten über den Irrawaddy nach China vorrücken. Sie verhandelten geschickt und bekamen Unterstützung von den Mon, mit deren Hilfe sie 1752 das Birmanische Königreich zerschlugen.



Der Zorn der Birmanen sollte die Mon kurze Zeit später hart treffen. Nach Gründung des dritten Königreiches durch Alaungpaya wurden die Mon endgültig vernichtend geschlagen. In weiteren expansiven Kriegen wurde zunächst das Reich der Siamesen angegriffen und deren Hauptstadt Ayutthaya 1767 vollständig zerstört. Wenig später - 1782 - konnte das Gebiet der Rakhiner an der Grenze zu britisch Indien einverleibt werden.



Die beinahe logische Folge waren Grenzkonflikte mit den Briten in Indien. Der erste anglo-birmanische Krieg hatte die Abtretung von Teilen Westbirmas zur Konsequenz. Nach dem zweiten Krieg von 1852 besetzten die Briten schließlich Niederbirma und schlossen es Britisch-Indien an. Die Birmanen zogen sich nach Norden zurück. Unter König Mindon, der westliche Orientierung sucht, kam es bald zur prachtvollen Blüte der Stadt Mandalay. Als er allerdings 1878 starb, verfolgte sein Sohn eine agressive Politik gegenüber den Briten und verhandelte mit den Franzosen, die noch immer im Lande weilten. Als Folge dieser verfehlten Politik bestzten die Briten auch Oberbirma. Das Königreich Birma endet endgültig 1886.



Die Briten regierten das von ihnen benannte Proper-Birma - Zentralbirma, in dem hauptsächlich Birmanen lebten - mit harter Hand. Die Interessen der Briten waren hauptsächlich wirtschaftlicher Natur. Daher räumten sie den Volksstämmen in den Gebirgen weitestgehende Autonomie ein. Die Birmanen jedoch erlitten Schmach und Demütigungen. Jedoch führte die Besatzung auch zu einigem Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolgen, von denen die Bergvölker abgeschnitten waren.



Dennoch wuchs der Widerstand. Zunächst gruppierten sich junge Buddhisten und verfolgten die Idee der Befreiung nach indischem Vorbild unter Mahatma Gandhi. Doch schnell kam es zu Kämpfen und Guerillaoperationen gegen die Briten.



Als Großbritanien 1937 den Burma-Act proklamierte und Birma als eigenständige Kolonie ausrief, hatte ein Mann Namens Aung San aus einer studentischen Bewegung den Wiederstand organisiert. Zunächst arbeitete er mit den verhassten Japanern zusammen, die während des zweiten Weltkrieges das Land brutal terrorisierten. Mörderische Dschungelkriege gegen die Briten, die Amerikaner und die Chinesen verwüsteten das ganze Land. Millionen Tonnen Bomben fielen auf Birma. Am 1. August 1943, mitten im Krieg rief die birmanische Unabhängigkeitsbewegung die Unabhängigkeit aus. Kurz zuvor hatten die Japaner die Zusammenarbeit aufgekündigt. Aung San und seine Mitstreiter wechselten daraufhin die Seiten und verbündeten sich mit den Alliierten. Im Mai 1945 wurde Yangon (Rangoon) zurückerobert und das Land von den Japanern befreit.



In der Folge des Krieges und der erstarkten Unabhängigkeitsbewegungen kam es 1948 zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Union von Burma. Kurz zuvor wurde der Vater der Unabhängigkeit durch ein Attentat ermordet.



Die neue Verfassung der Union sah vor, den Volksgruppen in den Gebirgsregionen autonome Rechte zuzugestehen, sie aber in die Union zu integrieren. Die Kayin (Karen) im Grenzgebiet zu Thailand widersetzten sich dieser Regelung und lehnten eine Integration ab. Bis heute besteht dieser Konflikt, der zur Unterdrückung und Bürgerkrieg führte.



Wirtschaftlich ging es im neuen Staat permanent bergab. Politisch erwies sich das Land als schwer regierbar, und den politischen Führern fehlte es an Ideen und Strategien. Den ethnischen Minderheiten in den Randgebieten wurden Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten wurden, und so kam es zu vielfältigen Streitigkeiten. In der Folge übernahm 1962 das Militär die Macht im Lande, das 1974 die neue Verfassung in Kraft setzte und Myanmar zur Diktatur bestimmte. Politisch isoliert und wirtschaftlich weiter auf dem Weg des Niedergangs, sollte sich Myanmar zu einem der ärmsten und abgeschottetsten Länder der Welt entwickeln. Oppositionsbewegungen, massive Widerstände und v.a. militärische Konflikte mit den verschiedenen Volksgruppen bestimmten die nächsten Jahre. 1989 sollte es dann zu freien Wahlen kommen. Aung San Suu Kyi, die Tochter des legendären Aung San, hatte zuvor die demokratische Partei (NLD=National League for Democracy) gegründet und war selbst als Kandidatin angetreten. Die NLD erhielt 60% der Stimmen. Die Militärdiktatur fand jedoch einen Weg, das Ergebnis nicht anzuerkennen und setzte Aung San Suu Kyi seitdem unter Hausarrest.



Bis 1994 erreichte die Militärregierung es, mit fast allen Volksstämme Friedensverträge abzuschließen. Nur die Kayin weigerten sich beständig in ihrem Streben nach Unabhängigkeit. Der internationale Wirtschaftsboykott durch den Westen hatte das an Bodenschätzen reiche Land an den wirtschaftlichen Abgrund geführt. Innere Aufstände - die letzten durch Mönche - wurden weiterhin brutal niedergeschlagen. Aber Myanmar war Mitglied der Asean Staatengemeinschaft geworden und die politischen und wirtschafltichen Beziehungen zum starken Nachbarn China verschafften der Regierung ausreichend Rückhalt für ihre antiquierte Staatsform.



Seit Anfang 2012 wandelte sich Myanmar endlich in Richtung Demokratisierung. Es gibt mehr Freiheiten für die Bürger und demokratische Wahlen, die den Hausarrest von Aung San Suu Kyi beendeten und die beliebte Politikerin aktiv werden ließen. Bereits Mitte 2012 machte sie ihre ersten Staatsbesuche und versprach, sich weiter und verstärkt für die demokratische Zukunft Myanmars einzusetzen.
Eine Folge der langsamen Öffnung Myanmars waren die Rücknahme westlicher Boykottmaßnahmen und ein geradezu explodierender Tourismus, der in den Nachbarländern (v.a. in Thailand) bereits mit kritischen Blicken bedacht wurde.



2015 gewann die Partei Aung San Suu Kyis die letzten Wahlen mit gewaltiger Mehrheit. Seit 2016 stellt die demokratische Partei die neue Regierung Myanmars.




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